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Unsere Natur im Februar


Die Tage werden länger und auch die Temperatur steigt nun kontinuierlich an. So langsam erwacht die Natur wieder nach Wochen, in denen Dunkelheit und Kälte das Land beherrschten. Einige Tierarten werden schon am Ende des Winters wieder aktiv und auch in der Welt der Pflanzen erkennen wir erste Lebenszeichen. Der Wettlauf um die besten Startbedingungen für den nahenden Frühling hat begonnen. Natürlich ist dies immer auch abhängig vom jeweiligen Standort, insbesondere von der Höhenlage. So wird die Natur an der hessischen Bergstraße oder im Rhein-Main-Gebiet deutlich früher erwachen als etwa im hohen Vogelsberg oder auf dem Meißner.
Wir alle kennen das Schneeglöckchen, welches uns mit seinen weißen und den typischen glockenförmigen Blüten bereits ab Februar erfreut. Selbst eine leichte Schneelage vermag es nicht, diesen frühen Blühtermin zu verhindern. Auch den gelb blühenden Huflattich können wir schon im Februar entdecken. Er wächst gerne an Wegrändern und Gewässerufern, aber auch Schuttplätze und Bahndämme werden von ihm besiedelt.

Abbildung: Schneeglöckchen und Huflattich -

Nur ein wenig später (und lange vor dem Laubausbruch) blüht die Salweide, deren Kätzchen zu diesem Zeitpunkt eine wichtige und vielerorts alternativlose Bienennahrung liefern. Überdies nutzen früh fliegende Schmetterlingsarten, wie das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs, den Nektar der Weidenkätzchen.

Abbildung: Blühende Salweide -

Auch die Gemeine Hasel blüht bereits im Februar vor dem Blattaustrieb. Auffällig sind die männlichen, herunterhängenden Kätzchen. Eher unscheinbar sind hingegen die weiblichen kleinen roten Blüten, die an eine Knospe erinnern.

Unauffällig verläuft auch die Blüte der Europäischen Lärche ab Ende Februar. Dennoch sind insbesondere die purpurroten weiblichen Blüten bei näherer Betrachtung durchaus gut zu erkennen.

Abbildung: Weibliche Lärchenblüten -

Allerdings sind nicht nur Pflanzen schon früh im Jahr aktiv, sondern auch einige Tierarten. Recht häufig kann man mitunter die großen Königinnen der Dunklen Erdhummel beobachten. Kälte kann sie nicht davon abhalten, geeignete Plätze für ein Nest zu suchen. Dazu werden Mäuse- und Maulwurfsgänge oder auch andere unterirdische Hohlräume inspiziert.

Bereits erwähnt wurden unsere Edelfalter Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs. Beide Arten überwintern als ausgewachsenes Insekt (gerne in Gebäuden) und sind schon sehr früh im Jahr unterwegs auf der Suche nach Nahrung, die ihnen die Frühblüher bieten.
Ab Ende Februar werden auch die Waldameisen wieder aktiv. In sonnenexponierten Lagen versammeln sie sich an wärmeren Tagen auf der Nestkuppel. Mit ihren dunklen Körpern tanken sie hier Wärme auf und tragen diese quasi als „lebende Heizkörper‟ in das Nest. Mit der steigenden Temperatur werden dort weitere Individuen aktiv und die Königin(nen) beginnen mit der Eiablage.

Abbildung: Waldameisen tanken Sonnenwärme -

Auch einige Amphibienarten sind bereits im Februar unterwegs, um ihre Laichgewässer aufzusuchen. Dazu gehören Grasfrosch und Erdkröte sowie Teich- und Bergmolch.

Diverse Aktivitäten bemerken wir nun auch in der Vogelwelt. So sind Blau- und Kohlmeisen bereits verpaart und häufig bei der Suche nach einer geeigneten Nisthöhle zu beobachten. Wenn natürliche Baumhöhlen fehlen, werden auch sehr gerne künstliche Nisthilfen angenommen.
Unverkennbar ist auch der morgendliche Gesang der Amselmännchen, der meist von einer exponierten Singwarte aus vorgetragen wird. Er ist weithin hörbar und dient zur Abgrenzung der Reviere und zur Werbung um eine Partnerin. Genau dies erreicht der Buntspecht durch sein Trommeln, eine sehr schnelle Abfolge von Schnabelhieben auf einen geeigneten Gegenstand. Damit dies weithin zu hören ist, bedient sich der Specht gerne eines Resonanzkörpers (meist ein hohler Baum, aber auch Regenrinnen oder Dachantennen werden genutzt).

Auch im Luftraum können wir Beobachtungen registrieren, denn schon im ausgehenden Winter kehren die Kraniche zurück aus ihren Winterquartieren, um frühzeitig ihre Brutplätze in Nordeuropa zu erreichen.

Wie diese Beispiele zeigen, laufen bereits ab Februar zahlreiche Prozesse in der Natur ab. Um sie zu erkennen, müssen wir nur hinschauen!


Literatur

Amann, G. 1984
Bäume und Sträucher des Waldes
Neumann-Neudamm KG, Melsungen

Seidel, D. 2001
Blumen
BLV, München



Text und Fotos © Hubertus Schwarzentraub

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