Naturschutz-Akademie Hessen

Vogelkinder in Not


Es ist Frühling und viele der einheimischen Arten starten wieder in ihre Brutsaison. Was viele nicht wissen: Der natürliche Selektionsdruck ist groß. So werden beispielsweise nur zwei der zwölf gelegten Eier einer Blaumeise im nächsten Jahr für weitere Nachkommen sorgen können. Auch menschenbedingte Faktoren, wie fehlende Nistmöglichkeiten, freilaufende Katzen oder durch Unwissenheit eingesammelte Küken, beeinflussen den Bruterfolg unserer heimischen Vögel. So ist die Vogelklinik in Gießen jedes Jahr eine der ersten Anlaufstellen, wenn es um die Abgabe von verletzten/geschwächten/eingesammelten Küken geht. Diese Küken können Dank der Universität, der Zuwendung des Vereins zur Förderung der Vogelmedizin Gießen e. V.. sowie vieler ehrenamtlicher Helfer im Rahmen des Kükenteams mühevoll versorgt und großgezogen werden. Dennoch stehen ihre Chancen für das spätere Überleben in der Natur deutlich schlechter als die ihrer natürlich aufgezogenen Verwandten. Helfen Sie mit, den Anteil der unwissenden Entführungen von Vogelkindern zu reduzieren!
Setzen Sie unbefiederte und unverletzte Küken in ihr Nest zurück, denn sie werden sonst nicht mehr von ihren Eltern gefüttert. Einzeln am Boden herumhüpfende Vögel sind in dieser Zeit häufig Ästlinge, die ihre ersten Flugversuche unternehmen. Geben Sie bitte ihren Eltern die nötige Zeit (min. 2 Stunden), ihre Kinder zu versorgen. Ist dies nicht der Fall, hat das Küken Wunden, geschlossene Augen oder eine nicht physiologische Körperhaltung, muss es umgehend professionell mit Wärme, Energie und ggf. medizinisch versorgt werden.
Weitere Informationen: www.vogelmedizin-giessen.de

Fotos: Vogelklinik Gießen