Naturschutz-Akademie Hessen

Der Ziegenmelker braucht Hilfe


Nach der Bewertung des Erhaltungszustands der hessischen Brutvogelarten, bei der die Parameter „aktuelles natürliches Verbreitungsgebiet“, „Population“, „Habitat der Art“ und „Zukunftsaussichten“ berücksichtigt werden, haben die meisten Arten einen schlechten oder ungünstigen Erhaltungszustand. Auch der Ziegenmelker ist stark bedroht, in Südhessen gibt es derzeit noch zwischen 30 und 50 Reviere. Er ist mit seinem braun-grauem Gefieder gut getarnt und auch nachts oder in der Dämmerung aktiv. Sein Schnurren, Rufen und Flügelklatschen ist unverkennbar. Als Bodenbrüter benötigt er kleine, lichte Stellen im sandigen Kiefernwald.
Seit 2008 werden von der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland (VSW) für besonders bedrohte Vögel „Artenhilfskonzepte“ erarbeitet. In diesen Konzepten wird die landesweite Bestands- und Erhaltungssituation überprüft und Vorschläge für geeignete Maßnahmen formuliert. In speziellen Workshops mit Experten aus dem ganzen Bundegebiet unterstützt die Naturschutz-Akademie Hessen (NAH) regelmäßig die VSW bei diesem Vorhaben. Auch der Ziegenmelker wird entsprechende Schutzkonzepte brauchen.

Teilnehmer des Workshops

Vor diesem Hintergrund hatten die NAH und die VSW in das Rathaus der Stadt Rodgau geladen, einer Region mit Schwerpunktverbreitung für den Ziegenmelker in Hessen. Zurzeit steht in Rodgau die Überarbeitung der Planung für die Forsteinrichtung an, so Peter Kämmerling, Leiter des städtischen Fachdienstes für Stadtplanung, Umwelt und Forst der Stadt Rodgau bei der Begrüßung der Teilnehmer der Expertenrunde. Hier könnten auch Maßnahmen für den Ziegenmelker einfließen. Ziel des Workshops war es, noch mehr Informationen über die Lebensweise des Ziegenmelkers zusammenzutragen und letztlich Perspektiven für seine Entwicklung zu entwerfen.