Naturschutz-Akademie Hessen

Der Schwalbenschwanz

Schwalbenschwanz


Er ist einer unserer schönsten und größten Tagfalter, der Schwalbenschwanz, dessen wissenschaftlicher Name Papilio machaon lautet. Durch seine Größe und Färbung fällt er sofort auf, wenn man ihm begegnet. Auffällig sind dabei auch die beiden zipfelartigen Verlängerungen der hinteren Flügel, die an den Schwanz einer Schwalbe erinnern (daher der Name). Der Schwalbenschwanz gehört zur Familie der Ritterfalter, in der sich auch der Segelfalter und der sehr seltene Apollofalter befinden.

Glücklicherweise kommt die Art noch relativ häufig vor und gilt derzeit als ungefährdet. Dies könnte sich jedoch bei Eingriffen in die Lebensräume der Falter langfristig auch ändern. Das „Rote-Liste-Zentrum‟ hat auf seiner Internetseite Daten zu dem Schmetterling veröffentlicht.

Der Schwalbenschwanz ist ein wärmeliebender Tagfalter. Seine Lebensräume sind Trockenrasen, Blumenwiesen, Brachflächen, Lichtungen im Wald oder nach Süden exponierte Hänge. Aber auch in unseren Gärten ist er anzutreffen, sofern diese „schmetterlingsfreundlich‟ gestaltet wurden und die entsprechenden Futterpflanzen vorhanden sind. Als Nektarpflanzen besuchen die Imagines gerne violette Blumen, wie Flockenblume und Rotklee. Auch der – nicht heimische - Sommerflieder (Buddleja davidii ) wird sehr gerne angenommen. Die Hauptfutterpflanze der Raupen ist die Wilde Möhre, in Gärten auch die kultivierte Möhre.

Schmetterlings-Biotop

Nektarpflanzen

Wiesen-Flockenblumen

Der Schwalbenschwanz besiedelt ein riesiges Verbreitungsgebiet. So ist er in ganz Mitteleuropa von der Meeresküste bis in die Hochgebirgsregionen vertreten. Aber auch Teile Nordafrikas und große Gebiete in Asien werden von ihm bevölkert.

Beobachten können wir den Tagfalter ab Ende April bis hinein in den Herbst, wobei es meist zwei (oder auch drei) Generationen gibt. Die Eiablage erfolgt im Mai und im Spätsommer auf den Blättern von Doldenblütlern (sehr gerne auf der Wilden Möhre). Eine Woche danach schlüpfen die Raupen, welche tagsüber aktiv sind. Nicht nur der ausgewachsene Schmetterling, sondern auch die Raupen des Schwalbenschwanzes sind sehr auffällig und relativ groß. Auf einer hellgrünen Grundfarbe befinden sich schwarze Querbänder mit orangefarbenen Punkten. Hat man die Raupe einmal gesehen, so wird man sie in Erinnerung behalten und immer dem Imago zuordnen können.

Schwalbenschwanz-Raupe

Wie bereits erwähnt, ist die Wilde Möhre die Hauptfutterpflanze der Raupen. Aber auch andere Pflanzen, etwa Dill, Fenchel oder die Engelwurz werden angenommen. Nach etwa einem Monat im Raupenstadium erfolgt die Verpuppung. Dabei heftet sich die Puppe an die Stängel von Pflanzen. Die fertigen Falter schlüpfen dann etwa drei Wochen nach der Verpuppung bzw. überwintern im Puppenstadium.

wilde Möhre

Schwalbenschwanz an Möhre

Wie schon gesagt, ist der Schwalbenschwanz momentan in seinem Bestand nicht gefährdet. Dennoch sollten insbesondere die Lebensräume des Schmetterlings erhalten bleiben, zumal davon weitere (auch bedrohte) Arten profitieren. Zu diesen Biotopen zählen auch naturnahe Gärten. Uns allen sollte daran gelegen sein, diesem schönen Tagfalter eine sichere Zukunft zu bieten.

Schwalbenschwanz an Rotklee

Literatur:

Settele, J. et al. 2005
Schmetterlinge – Die Tagfalter Deutschlands
Ulmer, Stuttgart

Willner, W. 2012
Die Schmetterlinge Deutschlands in ihren Lebensräumen
Quelle & Meyer, Wiebelsheim



Text und Fotos © Hubertus Schwarzentraub