Naturschutz-Akademie Hessen

Das Maiglöckchen - Giftpflanze des Jahres


Der „Botanische Sondergarten Wandsbek“ hat ein Online-Voting zur „Giftpflanze des Jahres“ durchgeführt. Dabei belegte das Maiglöckchen (Convallaria majalis) den ersten Platz und ist somit zur „Giftpflanze des Jahres 2014“ gewählt worden.Die Verbreitung der recht bekannten und geselligen Pflanze erstreckt sich über weite Teile Europas, sofern sich die Standortbedingungen eignen. Das Maiglöckchen kommt vorwiegend in wärmebegünstigten hellen bis halbschattigen Laub- und Mischwäldern vor. Humusreiche Wälder werden dabei bevorzugt.

Die etwa 20 cm hohe Pflanze ist leicht an ihren weißen Blüten zu erkennen, die sich im Mai und Juni bilden und die an kleine Glöckchen (Name) erinnern. Bis zum Hochsommer reifen die Früchte, bei denen es sich um rote Beeren handelt. Die Ausbreitung der Maiglöckchen erfolgt hauptsächlich durch unterirdische Rhizome (horizontal verlaufende Sprossachsen), wodurch auch das mitunter flächenhafte Auftreten zu erklären ist. Aber auch eine Ausbreitung über Samen ist möglich.

Durch zahlreich enthaltene Glykoside sind Maiglöckchen stark giftig, was auf alle Teile der Pflanze zutrifft. Zu Vergiftungen beim Menschen kann es gelegentlich durch Verwechslung kommen. So ähneln die Blätter der Pflanze denen des ungiftigen Bärlauchs, der als Gemüse- bzw. Gewürzpflanze gerne in der Küche verwendet wird. Die Pflanzengifte des Maiglöckchens sind auch in Wasser löslich, so dass es schon bei Kindern zu Vergiftungen gekommen ist, wenn diese das Blumenwasser getrunken haben. Symptome können Erbrechen, Durchfall oder auch Herzrhythmusstörungen sein (HAGE, 1989). Insgesamt sind solche Vergiftungen aber selten.

Oben: Bärlauch, unten: Maiglöckchen


Literatur


Aichele, D., 1991
Was blüht denn da?
Franck-Kosmos Verlag, Stuttgart

Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung (HAGE), Hrsg. 1989
Giftpflanzen – Beschauen, nicht kauen
Schriftenreihe, Heft 39, Marburg

Fotos © Hubertus Schwarzentraub