Naturschutz-Akademie Hessen

Das Eichhörnchen


Wir alle kennen sie, die kleinen roten (oder auch dunkler gefärbten) Kobolde. Eichhörnchen sind echte Sympathieträger und haben als ursprüngliche (Nadel-)Waldbewohner längst auch unsere Gärten und Siedlungen erobert.
Die Fellfarbe der Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ist recht unterschiedlich. Von „Fuchsrot“ über Braun- und Grautöne bis hin zu Schwarz kann sich die Oberseite zeigen, während die Unterseite immer weiß ist. Die Farbvarianten sind Anpassungen an den Lebensraum, so sind die dunkel gefärbten Tiere vor allem in (dunklen) Nadelwäldern zu finden, weil sie so weniger auffallen (Reichholf).

Eichhörnchen sind tagaktiv und halten auch keinen Winterschlaf. Häufig sind sie zu beobachten, wenn sie mit rasanter Geschwindigkeit durch die Baumkronen huschen oder auch an Baumstämmen auf- und kopfabwärts laufen. Sie ernähren sich von Nüssen, Laub- und Nadelholzsamen, Beeren, Pilzen, Obst und tierischer Nahrung, z. B. von Insekten oder auch Jungvögeln. Bei der Nahrungsbeschaffung sind Eichhörnchen durchaus Opportunisten, die gerne auch einmal ein Vogelfutterhäuschen aufsuchen oder sich in städtischen Parkanlagen und Friedhöfen füttern lassen und dabei recht zahm werden können. Besonders im Herbst sehen wir häufig das emsige Treiben der Eichhörnchen, wenn sie Nüsse und andere Sämereien verstecken, um sich so Wintervorräte anzulegen.

Ruhephasen verbringen die Tiere in ihren selbst gebauten kugeligen Nestern, den sog. Kobeln. Dort findet auch die Aufzucht der Jungen statt.

Feinde der Eichhörnchen sind der Baummarder und der Habicht, die aber beide nicht in der Lage sind, die Population zu gefährden. Diese Gefahr geht jedoch von einer verwandten Art aus, die vor über 100 Jahren in England ausgesetzt wurde. Das nordamerikanische Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) ist unserem Eichhörnchen körperlich überlegen und konnte so bereits weite Teile Englands und auch Irlands unter Verdrängung der heimischen Art erobern. Da auch in Italien Tiere ausgesetzt wurden, muss mit einer weiteren Ausbreitung in Europa gerechnet werden (NABU).



Literatur

NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V.
Bald auch bei uns? Amerikanische Grauhörnchen verdrängen die Eichhörnchen
http://www.nabu.de/nabu/nh/2011/2/13698.html

Reichholf, J. 1983
Säugetiere – Steinbachs Naturführer
Mosaik-Verlag, München

Bosch, S. & Lurz, P. W. W., 2011
Das Eichhörnchen - Sciurus vulgaris
Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 183

Fotos