Naturschutz-Akademie Hessen

Weiden - Bienennahrung im Frühjahr

Schon im zeitigen Frühjahr beginnt die Weidenblüte und liefert Bienen und Hummeln die erste Nahrung des Jahres. Diese Nahrungsquelle aus Nektar und Blütenstaub („Bienenbrot“) ist für die Bienen durchaus lebensnotwendig, da sich in dieser frühen Jahreszeit kaum Alternativen bieten.

Männliche Blüten der Salweide


Bereits im März sind die auffallenden Weidenkätzchen zu erkennen. Noch vor der eigentlichen Blüte erscheinen die pelzähnlichen, silber glänzenden Palmkätzchen. Erst später folgt die Blüte, wobei die männlichen Blüten (bei vielen Arten) eiförmig und gelb sind. Die weiblichen Blüten sind hingegen meist von zylindrischer Form und grünlich. Weiden sind zweihäusig (auf einer Pflanze befinden sich also entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten). In Mitteleuropa kommen etwa 50 Arten der Gattung Weiden (Salix) vor, die meist nur sehr schwer zu bestimmen sind, weil häufig natürliche Kreuzungen zwischen verschiedenen Arten stattfinden. Auch die Erscheinungsformen innerhalb einer Art können – je nach Altersstadium - unterschiedlich sein.

"Palmkätzchen"


Als typische „Waldweide“ wächst die Salweide (Salix caprea) gern an Waldrändern oder auf Lichtungen. Andere Weidenarten finden wir häufig in den Uferbereichen von Gewässern und im Auwald. Zu einem stattlichen Baum kann sich die Silberweide (Salix alba) entwickeln, während viele weitere Arten nur Strauchhöhen (1 – 6 m) erreichen.

Landschaftsprägende Elemente sind die (leider selten gewordenen) Kopfweiden, die von früher Jugend an regelmäßig in Reichhöhe geköpft wurden, um die so gewonnenen Weidenruten als Flechtmaterial zu gewinnen. Im Lauf der Jahre konnten sich so bizarre Exemplare mit Auswüchsen und Höhlungen entwickeln, die von vielen Tierarten (Steinkauz, Fledermäuse, Bilche, Insekten …) genutzt werden. Meist handelt es sich bei den Kopfweiden um Silber- (Salix alba) oder Bruchweiden (Salix fragilis). Kopfweiden sind nur durch regelmäßige Pflegeschnitte zu erhalten, die das Hessische Naturschutzrecht - in der Zeit vom 1. September bis zum 15. März - erlaubt. Bei dieser (an sich richtigen) Regelung zeigt sich aber auch der Konflikt mit der Weidenblüte als Bienennahrung. Sinnvollerweise sollten also nie alle (Kopf)weiden eines Gebietes zur gleichen Zeit geschnitten werden.

Geschnittene Kopfweide


Neue Kopfweidentriebe


Viele Weidenarten können vegetativ über Stecklinge relativ einfach vermehrt werden, wobei allerdings die Standortbedingungen (meist feuchte und nährstoffreiche Böden sowie recht hoher Lichtbedarf) beachtet werden sollten.

Fotos: Hubertus Schwarzentraub