Naturschutz-Akademie Hessen

Habitatbäume im Hessischen Staatswald


Ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Biologischen Vielfalt in unseren Wäldern ist der Schutz sog. Habitatbäume. Die „Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald“ aus dem Jahre 2010 nennt als Zie drei Habitatbäume pro Hektar, wobei sich dieser Wert auf über 100-jährige Laubholzbestände bezieht und nicht auf die gesamte Staatswaldfläche. Das Habitatbaumkonzept ist – neben dem Naturschutzkodex, dem Kernflächenkonzept und den Arten- bzw. Habitatpatenschaften – ein Modul der Naturschutzmaßnahmen im Hessischen Staatswald zum Arten- und Biotopschutz.

Was sind nun Habitatbäume?

Die angesprochene Naturschutzleitlinie differenziert zwischen obligatorischen und fakultativen Habitatbäumen.
Zu den obligatorischen Habitatbäumen, die zwingend zu schützen sind, zählen:

Horstbäume
Alle Bäume, die Nester von Taggreifen (Bussarde, Milane, Falken, Habicht, Sperber), Kolkrabe, Graureiher und Waldohreule beherbergen.

Höhlenbäume
Bäume mit großen Bruthöhlen von Schwarzspecht und seinen Brutfolgern (Dohle, Hohltaube, Fledermäuse, Hornissen …) und Bäume mit mehreren Kleinhöhlen (z. B. Buntspechthöhlen) oder auch mit einzelnen Kleinhöhlen seltener Arten.

FFH-Bäume
Einzelne durch Artgutachten und Grunddatenerhebungen erfasste Bäume mit Vorkommen seltener und gefährdeter Waldarten (Eremit, Heldbock, Fledermäuse).

Fakultative Habitatbäume können in älteren Laubwäldern ergänzend ausgewählt werden, um die Zielvorgabe (drei Bäume pro Hektar) zu erreichen. Diese Bäume müssen bestimmte Merkmale aufweisen, etwa:

  • Pilzkonsolen
  • abgestorbene Äste bzw. Kronenbereiche
  • Risse im Stamm
  • bizarre Wuchsformen (Krümmungen, Zwieselbildung …)
  • alte, mächtige Solitärbäume

Alle erklärten Habitatbäume werden dokumentiert, im Wald markiert und bei Forstarbeiten natürlich geschützt.

Literatur
Hessen-Forst, 2010
Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald

Fotos © Hubertus Schwarzentraub