Naturschutz-Akademie Hessen

Die Herbstzeitlose - eine giftige Schönheit


Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) ist die Giftpflanze des Jahres 2010. Bei einer - vom „Botanischen Sondergarten Hamburg-Wandsbek“ durchgeführten - öffentlichen Abstimmung erhielt sie die meisten Stimmen.

Die ursprünglich aus Asien stammende Pflanze wächst auf nährstoffreichen, sonnigen bis halbschattigen, meist feuchten Wiesen, Weiden und auch in Auwäldern. Sie wird bis zu 20 cm hoch und erinnert durch ihr Erscheinungsbild an einen Krokus. Allerdings blüht die Herbstzeitlose nicht (wie der Krokus) im zeitigen Frühjahr, sondern von August bis Oktober. Ihre Blüte liegt sozusagen außerhalb der Zeit (im Herbst), ein Umstand, der für die Namensgebung der Pflanze verantwortlich war. Im Frühling erscheinen nur der Fruchtstand und ihre tulpenartigen Blätter, die durchaus mit denen des Bärlauchs verwechselt werden können, allerdings nicht den typischen Knoblauchgeruch des Bärlauchs aufweisen.

Alle Teile der Pflanze sind sehr stark giftig und enthalten das Zellgift „Colchicin“, welches beim Menschen und zahlreichen warmblütigen Tierarten zum Tode führen kann. „Colchicin“ wird aber auch in der Humanmedizin zur Behandlung von Rheuma und Gicht eingesetzt.
Durch ihre auffallende Blüte kann die Pflanze im Herbst kaum verwechselt werden; im Frühjahr ist hingegen besondere Vorsicht geboten. Vor allem Bärlauchsammler sind gefährdet, wenn sie die Blätter mit denen der Herbstzeitlosen verwechseln. Überdies erscheint dann noch eine weitere sehr giftige Pflanze mit ähnlichen Blättern: das Maiglöckchen.






Herbstzeitlose am Waldrand


Blick in die Blüten


Herbstzeitlose auf Viehweide


Alle Fotos © Hubertus Schwarzentraub