Naturschutz-Akademie Hessen

Der vielseitige Schwarze Holunder


Jeder kennt ihn, den auffälligen und unverwechselbaren Strauch, den man in Hecken, Waldrändern und Feldgehölzen antrifft. Wir reden vom Schwarzen Holunder (Sambucus nigra L.), auch „Holler“ genannt, einem einheimischen Großstrauch, der mitunter auch die Dimensionen eines kleinen Baumes erreichen kann.

Der schnell wachsende Schwarze Holunder wird als Strauch 3 – 4 m hoch und kann als kleiner Baum bis zu 10 m hoch werden und ein Alter von bis zu 80 Jahren erreichen. Er wird von Tieren (insb. von Vögeln) verbreitet und ist auf nährstoffreichen, frischen und lichten Standorten überall recht häufig anzutreffen. Der Strauch blüht im Mai und Juni und die Fruchtreife fällt in den August und September. Sowohl die Blüten als auch die reifen Beeren sind sehr auffällige und charakteristische Merkmale des Schwarzen Holunders.

Während die Blüten gerne von Insektenarten (Bienen, Hummeln, Tagfalter) aufgesucht werden, sind die reifen Holunderfrüchte eine beliebte Vogelnahrung. So wurden 62 fruchtfressende Vogelarten (Amsel, Eichelhäher, Gimpel, Heckenbraunelle, Kernbeißer …) am Schwarzen Holunder nachgewiesen; hinzu kamen noch 8 Säugetierarten, z. B. Siebenschläfer und Haselmaus (NABU).

Aber auch der Mensch nutzt den Schwarzen Holunder. So dienen die Blüten zur Herstellung von Holundersirup und aus den vitaminreichen reifen Beeren können Säfte und Gelees gewonnen werden. Vorsicht ist allerdings geboten, denn die unreifen Früchte und auch Blätter und Rinde sind giftig. In früheren Zeiten hatte der Holunder auch noch eine Bedeutung in der Volksmedizin.

Der vielseitige Schwarze Holunder ist ein wertvoller Strauch im Naturgarten und sollte dort nicht fehlen.



Literatur
Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU)
Heimische Sträucher
Merkblatt Nr. 91/1-028, Bonn

Fotos