Naturschutz-Akademie Hessen

Der Große Schillerfalter


Einen sehr farbenprächtigen Falter hat der BUND mit der Naturschutzstiftung seines Landesverbandes in NRW zum „Schmetterling des Jahres 2011“ ausgerufen: den Großen Schillerfalter (Apatura iris L.). Der zu den Edelfaltern zählende Schmetterling ist – im Gegensatz zu Tagpfauenauge, Admiral oder Kleiner Fuchs – viel seltener zu beobachten, da er sich meist im oberen Kronenraum von Waldbäumen aufhält.
Der Große Schillerfalter lebt in Laub- und Mischwäldern, wobei er für die Eiablage auf das Vorhandensein von Weidenarten, insbesondere die Salweide als Raupenfutterpflanze, angewiesen ist (Settle et al.). Die Nahrung des Großen Schillerfalters besteht nicht aus Blütennektar, wie bei den meisten anderen Schmetterlingsarten, sondern aus Aas und tierischen Exkrementen. Zum Lebensraum-Inventar gehören auch feuchte Waldwege mit Pfützen, aus denen die Tiere Mineralien beziehen (Heinrich). Das Verbreitungsgebiet des Falters erstreckt sich über ganz Deutschland bis auf eine Höhe von etwa 1.000 m.
Durch seine Größe und Farbe fällt der Große Schillerfalter auf, wenn er sich in Bodennähe aufhält. Je nach Lichteinfall schillern (Name!) die Flügel der männlichen Schmetterlinge blau und im nächsten Moment zeigen sie eine dunkelbraune Färbung.
In seinem Verbreitungsgebiet ist der Große Schillerfalter (noch) nicht selten, auch wenn er – durch seine spezielle Lebensweise – weniger oft beobachtet werden kann. Entscheidend für den weiteren Bestand der Art ist die Erhaltung geeigneter Lebensräume, wie sie oben beschrieben sind.

Literatur:
Heinrich, C. (1987)
Tagfalterschutz im Wald
Hrsg: Naturschutzjugend im Deutschen Bund für Vogelschutz, Wetzlar

Settle, J. et al. (2005)
Schmetterlinge – Die Tagfalter Deutschlands
Eugen Ulmer KG, Stuttgart


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