Naturschutz-Akademie Hessen

Der Bergahorn


Schon zwanzig „Jahresbäume“ hat das Kuratorium „Baum des Jahres“ ausgerufen. Diesmal fiel die Wahl auf den Bergahorn (Acer pseudoplatanus L.), der somit der „Baum des Jahres 2009“ ist.
Wie schon der Name vermuten lässt, ist der Bergahorn ein Baum der mittleren und höheren Gebirgslagen (montane bis subalpine Stufe). Dort, zwischen 800 und 2000 Metern Höhe, findet er seine bevorzugten Standorte, die von einem kühl-feuchten Klima geprägt sind. Zu seinen weiteren Vorkommen zählen aber auch Mittelgebirgslagen, etwa Schlucht- und Blockhaldenwälder, wo er häufig mit anderen Laubbäumen (Ulme, Esche, Kirsche, Linde …) vergesellschaftet ist. Gerne wächst er auf tiefgründigen, frischen und nährstoffreichen Böden. Der Baum kann Höhen von über 30 Metern erreichen und bis zu 500 Jahre alt werden. Neben der charakteristischen Form seiner Blätter und jener der Flügelfrüchte ist auch die Rindenstruktur ein bezeichnendes Merkmal. Im Alter blättert die Borke ab und ähnelt der einer Platane. Auf diesen Umstand und auch auf die platanenähnliche Form der Blätter weist der wissenschaftliche Artname „pseudoplatanus“ hin.
Sehr dekorativ zeigt sich der Bergahorn im Herbst mit seiner gold-gelben Belaubung. Im Sommer finden sich häufig schwarze, kreisförmige Flecken auf den Blättern, die von einem Pilz hervorgerufen werden. Diese „Teerfleckenkrankheit“ ist für den Baum jedoch unproblematisch.
Der Bergahorn zählt zu den sog. „Edellaubhölzern“ und besitzt ein sehr hochwertiges Holz, welches u. a. im Möbelbau, für Musikinstrumente und als Schnitzholz sehr gefragt ist.
Auch kulturhistorisch hat der Baum einiges zu bieten. So soll er Hexen abwehren und – in der Volksmedizin eingesetzt – Wunden heilen. Das „Trojanische Pferd“ aus der griechischen Mythologie soll aus Ahornholz gezimmert worden sein.
In Deutschland wachsen noch zwei weitere einheimische Ahornarten, nämlich der ähnlich dimensionierte „Spitzahorn“ und der deutliche kleinere „Feldahorn“.

Weitere Informationen zum Baum des Jahres 2009 finden Sie hier.

Fotos

Literatur:
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (Hrsg.)
Die Ahorne
Merkblatt Nr. 7, Bonn