Naturschutz-Akademie Hessen

Das Drüsige Springkraut - ein invasiver Neophyt


Von Juni bis etwa Ende Oktober finden wir auf feuchten Standorten mitunter eine auffällige, recht hohe und rot blühende Pflanze, die auch größere Bestände ausbilden kann. Die Rede ist vom Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera Royle), welches auch als Indisches Springkraut bekannt ist.

Der Name weist auf die ursprüngliche Herkunft der Pflanze hin, die sich auf dem Indischen Subkontinent (Himalaja) befindet. Im 19. Jahrhundert wurde sie als Zierpflanze nach Europa eingeführt und besiedelt inzwischen landesweit geeignete Standorte in der freien Natur. Solche gebietsfremden Pflanzen, die nach dem Jahr 1500 (1492) eingeschleppt wurden, werden im Naturschutz „Neophyten“ genannt. Wenn diese Pflanzen unerwünschte Auswirkungen auf unsere einheimischen Arten und Lebensräume haben, werden sie als „invasive Neophyten“ bezeichnet.

Genau dies ist beim Drüsigen Springkraut der Fall. Die einjährige Pflanze wird über zwei Meter hoch und ist in der Lage, sich flächenhaft auszubreiten, wodurch einheimische Arten verdrängt werden. Bevorzugt werden Standorte, etwa Gewässerufer oder auch feuchte, schattige Waldschluchten. Wie bei unserem heimischen Großen Springkraut (Impatiens noli-tangere L.), mit dem die Pflanze übrigens verwandt ist, erfolgt die Verbreitung der Samen durch den bekannten „Schleudermechanismus“ der Samenkapsel. Bis zu 7 m weit können die Samen geschleudert werden und dadurch eventuell auch nahe Fließgewässer erreichen, wodurch die Ausbreitung weiter vorangetrieben wird.

Die Bekämpfung der Pflanze erfolgt durch eine Mahd vor der Blüte, was jährlich wiederholt werden muss, da die Samen ihre Keimfähigkeit bis zu 6 Jahre behalten. Wie auch bei anderen Neophyten (Riesen-Bärenklau, Kanadische Goldrute …) ist das Drüsige Springkraut einst mit Gartenabfällen in die Natur gelangt. Deshalb sollten wir auf diese Entsorgungsart zum Wohle unserer einheimischen Arten verzichten.


Fotos © Hubertus Schwarzentraub


Literatur

Kowarik, I. 2003
Biologische Invasionen: Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa
Ulmer, Stuttgart

Ludwig, M. et al 2000
Neue Tiere & Pflanzen in der heimischen Natur
BLV, München